Penning, Schilling, Gulden: Lübecker Münzen im Mittelalter

it der Reichsfreiheit bekam Lübeck im Jahre 1226 von Kaiser Friedrich II. das Münzregal, durfte fortan also eigene Münzen prägen. 1255 einigten sich Lübeck und Hamburg auf eine einheitliche Handhabung des Münzwesens. Durch diesen Zusammenschluss galten in beiden Städten derselbe Münzfuß und die Pflicht, die Pfennige des jeweils anderen als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Damit war der Grundstein gelegt, durch den sich der lübische Münzfuß weiter ausbreiten und festigen konnte.
1379 schlossen sich Lübeck, Hamburg und Wismar zum Wendischen Münzverein zusammen, um ihr Münzwesen zu vereinheitlichen und der allgemeinen Geldverschlechterung zu begegnen. Später kamen weitere Hansestädte wie Lüneburg, Rostock und Stralsund hinzu. Er bestand bis Mitte des 16. Jahrhunderts.
Die folgenden Münzarten wurden im 15. Jahrhundert in Lübeck geprägt gemäß der ehemaligen Dauerausstellung des Lübecker Münzschatzes im Burgkloster-Museum zu Lübeck:
- ½ d — Scherf
- 1 d — Pfennig
- 2 d — Blaffert
- 3 d — Dreiling
- 4 d — Witten (auch ¼ und ¾) bis 1410
- 6 d — Körtling
- 1 ß — Schilling ab 1432
- 2 ß — Doppelschilling
- 1 fl — Gulden
- 1 dx — Dukaten
½, 1 und 2 d sind Brakteaten, also Münzen aus dünnem Blech mit einseitiger Prägung, die auf die andere Seite durchschlägt. Dukaten und Gulden sind aus Gold, alle anderen aus Silber. Mark und Pfund sind nur Rechnungseinheiten. Karl der Große hat festgelegt, dass aus einem Pfund Silber 240 Pfennige, (lat. denarii), zu schlagen sind. 1£ = 240d galt in Großbritannien bis 1971.
Das Verhältnis von Pfennig zu Schilling, Mark und Gulden
- 1 Schilling = 12 Pfennig
- 1 Mark (mk) = 16 Schilling = 192 Pfennig
- 1 Pfund (lb) = 20 Schilling = 240 Pfennig
- 1 Gulden = ca. 264 Pfennig
- 1 Dukaten = ca. 336 Pfennig
Auch auswärtige Münzen befanden sich in den Taschen der Lübecker, insbesondere Kölnische Pfennige und Prager Groschen. Die Gulden in Lübeck waren überwiegend rheinischer Herkunft, die Dukaten der Menge nach unbedeutend.
Lübecker Münzen waren ebenfalls weit verbreitet. In Holstein und Schleswig z. B. machten sie zusammen mit den hamburgischen den weitaus größten Teil des Geldes aus.
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